Eingetragen am:
22.12.2009 - 11:17:30
Kaffee ist nicht gleich Kaffee
Wie kam die Bohne in die Tasse? Diese schlichte Frage wurde im Laufe der Jahrhunderte schon in verschiedenster Weise beantwortet. Vielleicht sollte man auch fragen, was den Kaffee so beliebt macht, der schließlich seinen Triumphzug um den ganzen Erdball angetreten hat. Wäre es nur ein schlichtes Heißgetränk, das uns morgens zur richtigen Stimmung verhilft, müsste man darum nicht den Kult treiben, der sich trotz modernster Kaffeemaschinen und Zubereitungsarten immer noch hartnäckig behauptet. Über Kaffee ist schon viel geschrieben und noch mehr gesagt worden. Was nicht heißen soll, dass es nun nichts mehr darüber zu bemerken gäbe. Weit gefehlt. Gerade zur Weihnachtszeit boomt es wieder, das Geschäft mit den köstlichen Bohnen oder dem Pulver, je nachdem, zu welchem Zustand man sich beim Kaffeekaufen entschließt. Dabei droht uns heute das Ritual der Kaffeezubereitung fast zu entgleiten, betrachtet man die vollautomatische Herstellung des Getränks. So schüttet man eine Tüte Kaffee in die Öffnung der Maschine, gibt Wasser dazu, drückt auf einige Knöpfe und bewegt im Idealfall noch einen Hebel und schon plätschert es leise und duftend in die bereitgestellte Tasse. Das Ergebnis kann sich durchaus schmecken lassen, doch wie war es früher? Man bediente sich einer Kaffeemühle, um die kostbaren Bohnen sorgfältig zu mahlen. Dann gab man das Kaffeemehl in den Filter, den man sorgsam mit ständig kochendem Wasser so lange füllte, bis die gewünschte Kaffeemenge erreicht war. Langsam tröpfelte das verheißungsvoll duftende Gebräu in die Kanne und steigerte die Vorfreude auf den baldigen Genuss ins Unerträgliche. Nostalgisches Schwärmen in einer techniküberladenen Zeit? Kann schon sein, doch manchmal sollte man sich auch ein wenig Althergebrachtes leisten dürfen – vielleicht eine Tasse selbstgebrühten Kaffee zum Weihnachtsfest?
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